Prävention vor sexualisierter Gewalt

Hinsehen und schützen: Anschreiben an die Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendarbeit

Prävention (c) Bistum Aachen
Prävention
Mi 14. Sep 2016
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Seit längerem werden in unserem Bistum diverse Maßnahmen und Bemühungen im Bereich der Prävention von sexualisierter Gewalt unternommen. Der Schutz Minderjähriger vor Vernachlässigung, Gewalt und sexuellen Übergriffen ist Aufgabe aller, die im Rahmen kirchlicher Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Kontakt haben. 

Fast alle Hauptamtlichen und zahlreiche Ehrenamtliche der Kirche haben sich in dem Bereich schulen lassen, um aufmerksamer mit Kindern- und Jugendlichen zu arbeiten und ihnen sicherer zu begegnen. Anlaufstellen wurden eingerichtet und Fachkräfte für die Prävention ausgebildet. 

Im Weiteren ist es für die katholische Kirche von großem Interesse zu vermeiden, dass Täter und Täterinnen in unseren Einrichtungen in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen können. 

Daher sind bereits alle Hauptamtlichen des Bistums und der Kirchengemeinden aufgefordert worden, ein erweitertes Führungszeugnis bei ihrem Arbeitgeber vorzulegen. Diese Maßnahme betrifft nun auch die Ehrenamtlichen in unserer Pfarrei.

Das seit dem 1. Januar 2013 geltende Bundeskinderschutzgesetz schreibt vor, dass keine Person Kinder oder Jugendliche beaufsichtigt, betreut, erzieht oder einen vergleichbaren Kontakt hat, die wegen einer Sexualstraftat rechtskräftig verurteilt worden ist. Gemäß § 72a SGB Vlll müssen demnach auch ehrenamtlich Tätige im Kinder- und Jugendbereich ein sogenanntes ,,erweitertes Führungszeugnis" vorlegen. Die Notwendigkeit zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses orientiert sich dabei an den Kriterien Art, Dauer und Intensität des Kontaktes mit Minderjährigen.

Bei der Einforderung dieses Führungszeugnisses geht es nicht darum, die Ehrenamtlichen alle einem Generalverdacht auszusetzen. Vielmehr leisten sie auf diese Weise einen wichtigen Beitrag dazu, dass das Vertrauen in unsere Kirche zurück gewonnen werden kann und die Pfarrei ein klares Zeichen im Umgang mit und zum Schutz vor sexueller Gewalt setzt.

Wir haben daher etwa einhundert ehrenamtliche Männer und Frauen aus unseren Gemeinden angeschrieben, mit der Bitte der Pfarrei ein Führungszeugnis vorzulegen. Zu dem angeschriebenen Personenkreis gehören z. B. die Leiterinnen und Leiter von Kinder- und Jugendgruppen, Verantwortliche für Kinder- und Familienliturgie, Messdienerleiter, Küsterinnen und Küster, Kommunionkatechetinnen und einige mehr.

In einem weiteren Schritt soll das Angebot für Schulungen, die für die Ehrenamtlichen eine Veranstaltung von ca. 3 Stunden umfassen, ausgeweitet und intensiver beworben werden.

Wir bitten alle um ihr Verständnis für diese Maßnahmen und um Unterstützung unserer Bemühungen.